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Das Massaker von Nanking – oder warum Deutsche in China so beliebt sind

Heute, am 13.12.2017, jährt sich das Nanking Massaker zum 80sten mal. Dieses Kriegsverbrechen ist ein wichtiger Teil der chinesischen Geschichte und ist bis heute Bestandteil des kollektiven Gedächtnisses der meisten Chinesen. In den Wochen nach dem 13. Dezember 1937 wurden mehr als 200.000 Nanjinger von den japanischen Truppen erschossen, erstochen, gefoltert, ertränkt oder bei lebendigem Leibe begraben (in China ist offiziell von 300.000 Opfern die Rede).

Jedes Jahr zu diesem Tag wird dafür um kurz nach 10 Uhr ein Alarm (ähnlich dem Fliegerbombenalarm im 2. Weltkrieg) in allen öffentlichen Gebäuden der Stadt Nanjing eingeschaltet, um an den Beginn des Massakers zu erinnern. Per WeChat (einer Social Media App) konnte man heute landesweit virtuell eine Kerze als Gedenken anzünden.

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Für die Chinesen hat sich dieses beispiellose Verbrechen auch deshalb so ins Gedächtnis gebrannt, weil viele bis heute von Japan eine aufrichtige und ehrliche Entschuldigung bzw. Entschädigung fordern, was in den Augen der Chinesen bis heute nicht ausreichend erfolgt ist. Im Jahr 2005 kam es in China zu Ausschreitungen, weil bekannt wurde, das in einem japanischen Schulbuch das Massaker als „Zwischenfall“ bezeichnet wurde. Bis heute beeinflusst das Nanking Massaker noch stark die Beziehungen zwischen der japanischen und chinesischen Regierung. Aber vor allem in der chinesischen Bevölkerung, insbesondere hier in Nanjing, leidet das Ansehen Japans immer noch stark darunter.

Aber auch ein kleiner Wehmutstropfen während des Massakers von Nanking ist dafür verantwortlich, dass Deutschland in China einen so guten Ruf genießt. Sein Name: John Rabe.

In Deutschland fast unbekannt, genießt John Rabe in China großes Ansehen und viele Chinesen kennen seinen Namen und die Geschichte von ihm. Die Kurzform: John Rabe war deutscher Kaufmann, der zur Zeit des Massakers in Nanjing lebte. Weil Japan und Deutschland im 2. Weltkrieg Verbündete waren, spannte er die Naziflaggen auf seinem Grundstück auf, richtete damit eine Schutzzone ein, und schaffte es so mehr als 200.000 Nanjingern das Leben zu retten. Für John Rabe wurde daher extra im The Memorial of the Nanjing Massacre eine ganze Abteilung gewidmet.

Anm.: Nanking ist die deutsche, Nanjing die englische und chinesische Pinyin Schreibweise.

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