Tagesausflugsziele in der Nähe von Nanjing: Der „Wolkensee“ und „Nanshan Zhuhai“

Was macht man, wenn man drei Tage frei hat und die Luftwerte in der Innenstadt wieder die 190er Grenzmarke überschreiten? Richtig: Man flüchtet in die nahe gelegenen Ausflugsregionen.

In China gibt es ja immer wieder Dinge, die mich wirklich überraschen. Dieses mal war es ein kleines Ausflugsziel zwischen Nanjing und Shanghai. Mit dem Auto braucht man etwa 2 Stunden (und 50 Yuan Mautgebühr) bis hierhin. Doch was gibt es hier, was so besonders ist?

Nun ja, selbst wenn man Ausflugsapps benutzt und Reiseempfehlungen im Internet sucht, wird einem dieses Ziel nicht angezeigt. Bei den meisten Touristen handelt es sich nämlich um Seniorengruppen, die aus Shanghai anreisen. Aber das ist nicht das Kurioseste.

Aber mal von vorne: Wenn man mit dem Auto aus Nanjing losfährt, muss man bei der Abfahrt Liyang Ost abbiegen und fährt dann nochmal ca. 20 km in durch kleine Ortschaften. Es ist nicht wirklich so, dass das alles gut ausgeschildert wäre. Und je näher wir unser unserem Ziel kamen, umso mehr hatte ich das Gefühl, dass unser Navi uns veralbern will. Vor allem als es uns dann nochmal kurz vor dem Ziel in eine wirklich enge und kurvige Gasse durch die Pampa schickte. 8 Minuten später und am Ende der Straße angekommen, tauchte dann plötzlich ein riesiges Hotel auf. Mitten im nirgendwo. Außer uns war dort aber auch kein anderes Auto oder Gast. Ein bisschen wie in einem Horrorfilm, zumal es langsam anfing zu dämmern. Jetzt muss man dazu sagen, dass es hier grade Dezember war und wir uns in einem Temperaturbereich zwischen 2 und 4 Grad bewegten, was sich bei dieser nassen Kälte aber anfühlt wie -10 Grad. Die Türen vom Hotel standen sperrangeltweit offen und die zwei Empfangsdamen saßen dort in voller Outdoor-Montur hinter ihrem Tresen. Wir irrten dann mit unserem Schlüssel durch die ewig langen, eiskalten Gänge. Und selbst im Hotelzimmer angekommen, konnten wir noch unseren Atem sehen, so kalt war es.

Straße am Hengshan Mountain Reservoit
Straße am Hengshan Mountain Reservoit

Das ist nämlich so eine schöne Sache in China: Im Süden gibt es keine Öl- oder Gasheizungen. Die sind durch die Regierung schon vor langer Zeit verboten worden. Stattdessen setzt man auf Heißgebläse, was jetzt auch nicht wirklich die umweltfreundlichste Alternative ist, wenn man bedenkt, wie der Strom in China größtenteils produziert wird. Wäre alles aber auch nicht das Problem, wenn die meisten Menschen im Süden nicht die Angewohnheit hätten im Winter einfach fünf Kleiderschichten anzuziehen und dann permanent alle Türen und Fenster sperrangeltweit aufzureißen. Das macht das Heizen und Sichern vom Wärme nämlich fast unmöglich. Die Wände des Hotels waren so abgekühlt, dass bei kurzem Ausmachen des Gebläses die nasse Kälte sofort wieder unter die Kleidung kroch. Mal ganz abgesehen davon, dass das der Bausubstanz der Gebäude nicht wirklich gut tut, was man an dem abbröckelnden Putz überall erkennen kann. Aber das ist eine andere Geschichte.

Zurück also zum Ausflugsziel: In völliger Abgeschiedenheit steht also dieser Hotelkomplex mit geschätzten 1.000 Betten. Und wir waren die einzigen Gäste. Zumindest bist zum nächsten Morgen. Dort kamen dann nämlich die ersten Reisebusse aus Shanghai mit quietschvergnügten Senioren an, denen die Kälte irgendwie nichts auszumachen schien. Im Restaurant saßen dann alle mit ihren dicken Jacken und Schals, tranken heißes Wasser und Hochprozentigen.

Seniorengruppe im Eingang des Hotels
Seniorengruppe im Eingang des Hotels
Im Restaurant zusammen mit der Seniorengruppe
Im Restaurant zusammen mit der Seniorengruppe (natürlich alle in dicken Jacken)
Chinesisches Restaurant im Hotel
Hoteleigenes Restaurant (der Rotwein darf bei solchen Essen nicht fehlen)
trockener Pool im Hotel
Auch das ist kein seltenes Bild in China: Getrocknetes, aufgehängtes Fleisch findet sich in allen Variationen und an den unmöglichsten Stellen (hier: im Pool unseres Hotels)

Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Was es in der Umgebung alles zu entdecken gibt.

Nicht weit entfernt von uns, versteckte sich nämlich hinter einem großen Tor ein etwas höher gelegener buddhistischer Tempel und eine schöne Parkanlage mit kleinen Pagoden.

佛光祖庭大觉寺
Eingang des Tempels 佛光祖庭大觉寺
Pagode am Wolkensee 云湖风景区
Pagode am Wolkensee 云湖风景区

Wenn man noch einmal 15 Minuten mit dem Auto südlich fährt, eine Art Freizeit- und Vogelpark um einen großen See herum mit Gondeln zur Bergspitze und einem Pandagehege.

Wer meint, dass in China alles billig sei, der lasse sich an dieser Stelle eines besseren belehren: Sämtliche Touristenausflugsziele kosten mindestens 8€, in den meisten Fällen aber deutlich mehr. Hier liegen die Preise bei umgerechnet 12€ Eintrittsgebühr für den See und die Bergspitze. Das alte Dorf, was man besuchen kann, die Gondelfahrt zur Zugspitze, der Besuch des Pandageheges und die Fahrt mit einer Schnellbahn und einer kleien Elektrolok kosten dann nämlich noch mal zusätzlich knapp 25€. Oder man kauft gleich zu Beginn das All-inclusive-Ticket für knapp 30€. Da es Dezember war und wir nicht extra wegen der Ausflugsziele hierher gekommen waren, sondern Yabing auf Geschäftsreise war, haben wir uns nur mal kurz den Vogelpark und einen Teil der Bergroute angeschaut. Frierend in Gondeln auf eine zugige, kahle Bergspitze zu fahren, die nicht mal mit Schnee bedeckt ist, sind mir zumindest keine 30€ Wert. Das werden wir im Sommer nochmal nachholen und dann kommt der zweite Teil zum 南山竹海 Nanshan Zhuhai. Was so viel bedeutet wie: Bambusmeer am südlichen Berg (Im Deutschen klingt es irgendwie viel poetischer, als im Chinesischen).

See am Fuße des Südbergs
Der See am Fluß des Südbergs 南山
Bambusmeer im 南山竹海 Nanshan Zhuhai Park
Bambusmeer im 南山竹海 Nanshan Zhuhai Park

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aption id="attachment_826" align="alignnone" width="6000"]auf halber Höhe beim Bergbesteigen auf halber Höhe beim Bergbesteigen kommt man dann zu diesem gigantischen Kopf eines buddhistischen Mönchs[/caption]<br
on id="attachment_835" align="alignnone" width="6000"]die Vogelschau Die Vogelschau im Nanshan Zhuhai[/caption]<br
on id="attachment_834" align="alignnone" width="6000"]Blick über den See Blick über den See[/caption]

al was wirklich interessantes und einzigartiges sehen will, der sollte bei der gesetzten Stecknadel (im unteren Bild) am Wolkensee (云湖) sein Auto parken und ein paar Meter Richtung Norden zurück laufen. Ich habe die Stelle nur im vorbeifahren gesehen und bin gleich zurückgefahren (dem Touristenguide vor Ort war sie übrigens nicht bekannt und hat sich von mir gleich die Adresse geben lassen, nachdem er meine Fotos gesehen hatten).

abgestorbene Bäume am Yunhu
abgestorbene Bäume am Yunhu 云湖

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n id=“attachment_848″ align=“alignnone“ width=“6000″]Sonnenuntergang am Yunhu Sonnenuntergang am Yunhu 云湖[/caption]

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n id="attachment_850" align="alignnone" width="6000"]Malerische Landschaft Malerische Landschaft des Yunhu云湖[/caption]

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n id="attachment_847" align="alignnone" width="6000"]Landschaft am Yunhu einigartige Momente am Wolkensee 云湖[/caption]

 

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